Archiv für die Kategorie ‘Seitensprung’

Seitensprung wird verheimlicht

Dezember 22, 2007

Über die Hälfte der Deutschen, die schon einmal eine Affäre hatten (54 Prozent), haben ihrem Partner nichts davon erzählt. Das ergab eine repräsentative Umfrage von FRAU von HEUTE in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa. Allerdings beichten Frauen häufiger ihrer Seitensprung (57 Prozent) als Männer (37 Prozent).

Zumindest hat aber jeder zweite Fremdgeher (52 Prozent) wegen seiner Affäre ein schlechtes Gewissen.

Überraschend: Die Mehrheit der Befragten zwischen 18 und 60 Jahren (59 Prozent), die in ihrem Leben einen Geliebten oder eine Geliebte hatte, kann sich nicht vorstellen, sich noch einmal auf eine Affäre einzulassen. Allerdings sind Männer durchaus eher zu einem erneuten Seitensprung bereit (45 Prozent).

Die kompletten Ergebnisse der Umfrage erscheinen am Freitag, 26. Oktober 2007, in einem großen Report über „Heimliche Geliebte“. Veröffentlichungen sind nur unter Angabe der Quelle FRAU von HEUTE frei.

Tiere gehen fremd!

Dezember 22, 2007

Die Tannenmeise lebt scheinbar streng monogam; Paare bleiben oft ein Leben lang zusammen. Alles nur Fassade: Weltweit gehört der heimische Singvogel zu den Top 10 unter den „Fremdgängern“. Das zeigt eine Studie von Biologen der Universität Bonn. Sie haben dafür bei mehr als 200 Brutpaaren und ihren Nachkommen genetische Fingerabdrücke abgenommen. So konnten sie bei 90 Prozent der Nestlinge den leiblichen Vater identifizieren. Besonders erfolgreich beim Seitensprung waren demzufolge ältere Tannenmeisen-Männchen: Sie zeugten erheblich mehr „Kuckuckskinder“ als ihre jüngeren Geschlechtsgenossen. Die Ergebnisse sind nun in der Zeitschrift Behavioral Ecology online erschienen (doi: 10.1093/beheco/arm082).

Der Bonner Evolutionsbiologe Dr. Tim Schmoll hat mit seinem Kollegen Professor Dr. Thomas Lubjuhn untersucht, wie häufig Tannenmeisen fremdgehen: „Bei den Erstbruten im Mai ist knapp jeder dritte Nestling Resultat eines Seitensprungs, bei den Zweitbruten im Juni gar jeder zweite“, sagt Schmoll. „Mit den Zweitbruten zählen Tannenmeisen damit weltweit zu den Top 10 unter den ‘Fremdgängern’!“

Älteren Männchen gelingt es dabei erheblich häufiger als „Grünschnäbeln“, ihren Rivalen ein „Kuckuckskind“ unterzuschieben: In ihrem ersten Brutjahr zeugen männliche Tannenmeisen im Mittel nur 0,3 „außereheliche“ Nachkommen. In den darauf folgenden Jahren bringen sie es im Schnitt pro Brutsaison auf knapp zwei Jungvögel in fremden Nestern. Darüber vernachlässigen sie aber nicht etwa das eigene Weibchen, denn an ihrem „regulären“ Zeugungserfolg ändert das Wildern in fremden Revieren nichts.

Ältere Männchen haben lange überlebt; sie sollten daher über gute Erbanlagen verfügen. Vielleicht sind ihre Gene deshalb besonders begehrt. Die Forscher vermuten, dass auch die Erfahrung des Männchens eine große Rolle spielt. So könnten sich erfahrene Tannenmeisen-Männer bei der Brutpflege rationeller verhalten. Beim ersten Nachwuchs haben sie dagegen noch alle Flügel voll zu tun, da bleibt fürs „Fremdgehen“ vielleicht einfach keine Zeit.